Tradition erleben

„Die Werkvolkkapelle Neumarkt i.d.OPf. hat eine lange Tradition....“

Chronik

Zum 50-jährigen Bestehen der Werkvolkkapelle ist 2016 eine umfangreiche Chronik in gebundener Form erschienen. Hier sind zahlreiche Bilder, Hintergrundinformationen, Konzertprogramme und vieles mehr anschaulich zusammengefasst.

Als Auszug aus der Chronik „50 Jahre Werkvolkkapelle“ findet sich hier ein Interview der Mittelbayerischen Zeitung aus dem Jahr 1966 mit Pfarrer Franz-Xaver Scheuerlein, dem Begründer der Werkvolkkapelle.

Die komplette Chronik in Buchform kann bei uns zum Preis von 19,50 € erworben werden. (Kontakt: Vorsitzender Michael Sammüller)

Der Anfang - Wie begann es Herr Katechet?

MZ: „Sie wären der richtige Mann, eine Blaskapelle zu gründen!“ War dieser Satz ein Anstoß für Sie?

Scheuerlein: „Selbst wäre ich nicht auf diese Idee gekommen. Daher ist es wohl richtig, von einem Anstoß zu sprechen. Das galt aber zuerst für mich selbst. Zunächst kaufte ich Weihnachten eine Trompete und ließ eine Zeit lang Klavier und Geige außer acht. Dann suchte ich in den Schulen die geeigneten, willigen Anwärter aus. Das war nicht so schwierig. Die Proben begannen in einzelnen Gruppen: Trompeten, Flügelhörner, Tenorhörner, Posaunen. Jede Gruppe kam zwei Stunden in der Woche zusammen. Heute üben wir längst alle vierzehn Tage gemeinsam im Orchesterverband. Alle Proben sind im Kindergarten an der Saarlandstraße.“

MZ: „An welchem Musik-Repertoire arbeiten Sie zur Zeit?“

Scheuerlein:: „Angefangen haben wir mit Kirchenliedern, leichten Walzern und Märschen. Wir hörten es selbst. Für Anfänger, die erst die Feinheiten des Trompetenblasens „ins Gefühl“ bekommen sollen, klang es schon klar und rein. Am Freitag, 9. Dezember, will sich die Kapelle des Werkvolks vorstellen mit Programmpunkten im ernsten Teil wie „Gott grüße dich“, „Nikolauslied“, „Tochter Zion“ und im heiteren Teil mit Walzern, einem Kanon und einem Galopp. „Schaun`Sie, bei dem Stück „Muß i denn zum Städtele hinaus“, fangen wir beim Refrain an, die Einleitung ist zu schwer, aber das kommt schon noch.“

MZ: „Welche Unkosten entstehen für Ihre Schüler?“

Scheuerlein:: Außer der Anschaffung eines Instrumentes entstehen den Eltern meiner „Buben“ keinerlei Kosten. Für meinen Unterricht erwarte ich höchstens, daß sie „bei der Stange bleiben.“ In diesem Sinn haben aber sicher auch ihre Eltern investiert.

MZ: „Ist es nicht ein Wagnis, so früh öffentlich aufzutreten?“

Scheuerlein:: Diese Frage stellten wir uns. Aber die Werkvolkkapelle will sich zunächst einmal der Öffentlichkeit vorstellen. Sie soll wenigstens deren moralische Unterstützung haben. Zum Diözesantag in Neumarkt, der im Frühjahr stattfindet, wollen wir schon den Gottesdienst in der Jurahalle gestalten. Wenn es geht, möchten wir im Festzug schon mit einigen Märschen mitmachen, aber einige gute auswärtige Kapellen sollen kommen – zum Ansporn für uns. Und den Erfahrungsaustausch mit der Knabenkapelle Eslarn, vor allem mit dem bewährten Dirigenten, wollen wir pflegen.

MZ: Ich bedanke mich für das Interview, Herr Scheuerlein. Wir hoffen alle, daß aus hoffnungsvollem Beginnen eine junge Musikermannschaft heranwächst, auch in musikalischer Sicherheit, damit die Bemühungen um eine eigene Neumarkter Musikkapelle vom endgültigen Erfolg gekrönt sind.